Wenn Sie eine Personalberatung für eine Führungsposition auswählen, erkennen Sie die richtige daran, dass sie Ihre Branche aus eigener Besetzungserfahrung kennt, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten gezielt direkt anspricht, ihre Auswahl nachvollziehbar begründet und offen sagt, wie sie ihren Erfolg misst.
Die Entscheidung fällt meist unter Zeitdruck. Eine Geschäftsführerin kündigt, mit dem nächsten Wachstumsschritt entsteht eine CFO-Position, oder der Aufsichtsrat will die Nachfolge im Vorstand früh absichern. Dann liegen zwei oder drei Angebote auf dem Tisch, die sich in Aufbau und Sprache ähneln, und die Unterschiede zeigen sich oft erst Monate später an der Qualität der vorgestellten Kandidatinnen und Kandidaten. Die folgenden Kriterien helfen, diese Unterschiede vor der Beauftragung sichtbar zu machen.
Kurz beantwortet
Eine gute Personalberatung für Führungspositionen hat in Ihrem Markt bereits vergleichbare Positionen besetzt und setzt eine Ansprechperson ein, die diesen Markt selbst kennt. Sie findet Kandidatinnen und Kandidaten über Marktanalyse und Direktansprache, legt offen, warum jemand auf der Shortlist steht, und prüft die Eignung mit Methoden, die über ein sympathisches Interview hinausgehen. Vorab sagt sie Ihnen außerdem, wie sie ihre Besetzungsquote definiert, welche Unternehmen sie nicht ansprechen darf und was nach der Vertragsunterschrift passiert.
Spezialisierung im Feld: Woran Sie echte Branchenkenntnis erkennen
Die wichtigste Frage bei der Auswahl lautet, ob die Beratung Ihren Markt aus eigener Arbeit kennt. Wer im vergangenen Jahr drei CIOs im Mittelstand besetzt hat, weiß, welche Unternehmen gerade umbauen, wo erfahrene Leute über einen Wechsel nachdenken und welche Gehaltsspannen realistisch sind. Solches Wissen steht in keiner Datenbank. Es entsteht aus Gesprächen, die über Jahre geführt wurden.
Prüfen lässt sich das an zwei Stellen. Die erste sind Referenzbesetzungen. Bitten Sie um anonymisierte Beispiele vergleichbarer Positionen aus den letzten zwei bis drei Jahren, jeweils mit Funktion, Unternehmensgröße und Branche. Die zweite ist die Person, die Ihr Mandat führen soll. Fragen Sie, wer die Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten tatsächlich führt, ob diese Person in Ihrem Feld ein eigenes Netzwerk hat und ob sie auch nach dem Pitch zuständig bleibt.
Die Größe einer Beratung sagt dabei wenig. Aussagekräftiger ist, ob ihre Breite aus Spezialisierungen besteht, die jeweils einen Markt gründlich kennen. Bei Positionen an der Schnittstelle zweier Felder, etwa einer IT-Leitung in einem Energieversorger, lohnt die Nachfrage, wie die Beratung dieses Wissen zusammenführt.
Methode: Direktansprache, Marktanalyse und eine nachvollziehbare Longlist
Für Führungspositionen ist die Direktansprache die Methode der Wahl, weil die passenden Kandidatinnen und Kandidaten in der Regel nicht aktiv suchen und eine Stellenanzeige nur einen kleinen Teil des Marktes erreicht. Eine sorgfältige Beratung legt deshalb zuerst mit Ihnen fest, in welchen Unternehmen und Funktionen geeignete Profile zu finden sind, und spricht die Menschen dort gezielt an. Dafür gelten in Deutschland wettbewerbsrechtliche Grenzen. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) hält in seinen Grundsätzen ordnungsgemäßer und qualifizierter Personalberatung (Stand Dezember 2024) fest, dass der Erstkontakt während der Arbeitszeit auf eine kurze Vorstellung von Anlass und Position beschränkt bleibt und weiterführende Gespräche außerhalb der Arbeitszeit stattfinden.
Achten Sie darauf, ob die Beratung ihre Marktanalyse mit Ihnen teilt. Eine gute Longlist zeigt, welche Unternehmen und Profile angesehen wurden und warum einige ausgeschieden sind. Aus ihr entsteht die Shortlist, und bei jedem Namen darauf sollte erkennbar sein, weshalb er dort steht. Fehlt diese Begründung, wählen Sie am Ende zwischen Personen, ohne zu wissen, wo sie im Vergleich zum Markt stehen. Wie ein solcher Prozess vom Briefing bis zur Platzierung aufgebaut sein kann, beschreiben wir auf unserer Seite zu Executive Search für Führungs- und Schlüsselpositionen.
Eignungsdiagnostik: Interviews, Assessment und Referenzen als echte Prüfung
Ob jemand eine Führungsrolle trägt, zeigt sich selten im ersten Gespräch. Eine gute Personalberatung verlässt sich deshalb nicht auf Eindruck und Lebenslauf. Sie führt strukturierte, verhaltensbasierte Interviews, in denen frühere Situationen konkret nachgefragt werden, und ergänzt sie bei Schlüsselpositionen um eine fundierte Eignungsdiagnostik.
Fragen Sie, welche Verfahren zum Einsatz kommen und wer sie auswertet. Ein Management Assessment für Führungskräfte kann psychometrische Verfahren, eine Fallstudie und 360-Grad-Rückmeldungen verbinden. Entscheidend ist, dass die Ergebnisse an den Anforderungen der konkreten Rolle gemessen werden und nicht an einem allgemeinen Idealbild. Der internationale Branchenverband AESC verlangt in seinen Professional Practice Standards evidenzbasierte und einheitliche Methoden, um verzerrte Entscheidungen zu vermeiden, und hält fest, dass KI das professionelle Urteil nie ersetzen soll.
Referenzen gehören mitten in diese Prüfung. Aufschlussreich sind Gespräche mit früheren Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen oder Mitarbeitenden, die laut BDU-Grundsätzen nur mit Zustimmung der Kandidatin oder des Kandidaten geführt werden. Gute Beratungen fragen dabei gezielt nach den Punkten, die im Interview offen geblieben sind. Wie sich kulturelle Passung prüfen lässt, beschreibt unser Beitrag Kulturelle Passung bei Führungskräften.
Transparenz: Besetzungsquote und die ersten 100 Tage
Fast jede Personalberatung nennt eine Erfolgsquote, doch vergleichbar werden die Zahlen erst mit ihrer Definition. Zählt die Beratung jede abgeschlossene Suche, jede Vertragsunterschrift oder nur Besetzungen, die über die Probezeit hinaus Bestand haben? Fragen Sie nach dem Zeitraum und danach, ob abgebrochene Mandate mitgezählt werden. Eine Quote ohne Methodensatz hilft Ihnen bei der Auswahl wenig.
Ebenso aufschlussreich ist, was nach der Unterschrift geschieht. Ob eine Besetzung trägt, zeigt sich häufig in den ersten Monaten, wenn Erwartungen auf beiden Seiten auf den Alltag treffen. Eine Beratung, die das Onboarding begleitet und in den ersten 100 Tagen mit der neuen Führungskraft und mit Ihnen im Gespräch bleibt, erkennt Spannungen, solange sie sich noch lösen lassen.
Diskretion und Off-Limits: Wen eine Personalberatung nicht ansprechen darf
Eine Führungssuche berührt fast immer vertrauliche Informationen, von Umbauplänen bis zur Frage, ob eine amtierende Führungskraft ersetzt wird. Klären Sie deshalb vorab, wer in der Beratung Zugang zu diesen Informationen hat und wie die Suche nach außen auftritt. Bei sensiblen Mandaten kann die erste Ansprache ohne Nennung Ihres Unternehmens erfolgen.
Mindestens genauso wichtig sind die Off-Limits, also Unternehmen, in denen die Beratung keine Direktansprache vornimmt, in der Regel ihre eigenen Kunden. Nach den BDU-Grundsätzen legt der Kunde fest, wo nicht direkt angesprochen werden darf, und platzierte Kandidatinnen und Kandidaten werden je nach Vereinbarung künftig nicht mehr angesprochen. Für Sie hat das zwei Seiten. Ihr eigenes Team ist geschützt, zugleich schrumpft der Suchraum, wenn die Beratung viele Unternehmen Ihrer Branche betreut. Fragen Sie deshalb offen, welche Unternehmen für Ihre Suche gesperrt sind und wie viel vom Markt danach zugänglich bleibt.
Sieben Fragen, mit denen Sie eine Personalberatung auswählen
Die Übersicht fasst zusammen, was Sie im Erstgespräch fragen können und worauf Sie bei den Antworten achten sollten.
| Frage | Worauf achten |
|---|---|
| Welche vergleichbaren Positionen haben Sie in den letzten Jahren besetzt? | Anonymisierte Beispiele mit Funktion, Branche und Unternehmensgröße statt einer allgemeinen Kundenliste |
| Wer führt unser Mandat und die Gespräche mit den Kandidatinnen und Kandidaten? | Eine benannte Person mit eigenem Netzwerk in Ihrem Feld, die auch nach dem Pitch zuständig bleibt |
| Wie gehen Sie bei Marktanalyse und Direktansprache vor? | Ein gemeinsam festgelegter Suchraum und eine Longlist, deren Auswahl Sie nachvollziehen können |
| Wie prüfen Sie die Eignung über das Interview hinaus? | Verhaltensbasierte Interviews, bei Bedarf ein Management Assessment, Referenzen nur mit Zustimmung |
| Wie definieren Sie Ihre Besetzungsquote? | Definition, Zeitraum und Umgang mit abgebrochenen Mandaten werden offen genannt |
| Welche Unternehmen sind für unsere Suche off-limits? | Eine ehrliche Einschätzung, wie viel vom Markt danach zugänglich bleibt |
| Was passiert nach der Vertragsunterschrift? | Eine konkret beschriebene Begleitung von Onboarding und ersten 100 Tagen |
So arbeiten wir bei HAGER Executive Consulting
Die HAGER Executive Consulting GmbH besetzt seit 1996 Führungs- und Schlüsselpositionen und ist in 16 Practice Groups organisiert, von Aerospace & Defense über Financial Services und Healthcare bis Digital & Technology. Jede Practice Group wird von Beraterinnen und Beratern geführt, die ihren Markt aus eigenen Besetzungen kennen, und bei Positionen an der Schnittstelle zweier Felder arbeiten die Practice Groups zusammen.
Für jede Suche bauen wir ein eigenes Suchfeld auf, stimmen die Zielunternehmen in einer Alignment List mit Ihnen ab und legen erste validierte Profile in der Regel nach drei bis vier Wochen vor. Aus der Longlist entsteht gemeinsam mit Ihnen die Shortlist. Mit der Vertragsunterschrift endet unsere Arbeit nicht, denn wir begleiten das Onboarding der neuen Führungskraft in den ersten 100 Tagen.
Unsere Besetzungsquote liegt bei über 91 Prozent. Sie misst den Anteil der erteilten Mandate, die besetzt wurden und über die Probezeit hinaus Bestand haben, und wird rollierend ermittelt. Für Marktrecherche, die Aufbereitung von Unterlagen und Gesprächsleitfäden nutzen wir AIQA, unsere DSGVO-konforme KI-Umgebung in einer geschützten Cloud, in der die Daten bei HAGER bleiben. Die Auswahl selbst treffen Menschen.
Die richtige Personalberatung erkennen Sie daran, wie konkret sie Ihre Fragen schon vor der Beauftragung beantwortet.
Häufige Fragen zur Auswahl einer Personalberatung
Wie finde ich die richtige Personalberatung für eine Führungsposition?
Die richtige Personalberatung für eine Führungsposition finden Sie, indem Sie zwei bis drei Beratungen mit nachweisbarer Erfahrung in Ihrer Branche zu einem Erstgespräch einladen und allen dieselben Fragen stellen. Bitten Sie um anonymisierte Beispiele vergleichbarer Besetzungen, lassen Sie sich die Person vorstellen, die das Mandat tatsächlich führt, und fragen Sie nach Methode, Eignungsdiagnostik und Besetzungsquote samt Definition. Klären Sie außerdem, welche Unternehmen für Ihre Suche off-limits sind. Die Beratung, die diese Punkte konkret und überprüfbar beantwortet, ist meist die bessere Wahl, auch wenn ihr Angebot nicht das ausführlichste ist.
Was ist der Unterschied zwischen Executive Search und Personalvermittlung?
Executive Search ist die gezielte Suche nach Führungskräften über Direktansprache im Auftrag eines Unternehmens, während Personalvermittlung meist mit Bewerberinnen und Bewerbern arbeitet, die bereits aktiv einen neuen Job suchen. In der Executive Search analysiert die Beratung den Markt, spricht geeignete Personen in anderen Unternehmen direkt an und prüft ihre Eignung, bevor sie dem Auftraggeber vorgestellt werden. Sie arbeitet in der Regel exklusiv und wird vom Unternehmen beauftragt, Kandidatinnen und Kandidaten zahlen nichts. Personalvermittlung passt eher zu Positionen mit großem Bewerbermarkt, Executive Search zu Führungs- und Schlüsselpositionen, bei denen die passenden Personen nicht aktiv suchen.
Wie lange dauert die Besetzung einer Führungsposition?
Die Besetzung einer Führungsposition dauert vom Auftrag bis zum ersten Arbeitstag in der Regel mehrere Monate, weil zur eigentlichen Suche die Kündigungsfrist der ausgewählten Person hinzukommt. Die Suche selbst umfasst Marktanalyse, Direktansprache, Interviews, gegebenenfalls ein Management Assessment und die Vertragsverhandlung. Bei HAGER Executive Consulting liegen erste validierte Profile in der Regel nach drei bis vier Wochen vor. Wie lange es danach dauert, hängt vor allem davon ab, wie schnell Interviewtermine zustande kommen und wie lang die Kündigungsfrist ist. Wer eine Nachfolge absehen kann, sollte deshalb früh mit der Suche beginnen.
Woran erkenne ich eine seriöse Personalberatung?
Eine seriöse Personalberatung erkennen Sie daran, dass sie transparent arbeitet, Vertraulichkeit zusichert und nur verspricht, was sie belegen kann. Sie nennt Ihnen eine verantwortliche Person, beschreibt ihre Methode nachvollziehbar und definiert ihre Erfolgskennzahlen offen. Von Kandidatinnen und Kandidaten verlangt sie kein Honorar, und Referenzen holt sie nur mit deren Zustimmung ein. Hilfreich ist ein Blick auf Verbandsstandards wie die Grundsätze des BDU, die unter anderem Direktansprache, Off-Limits und Datenschutz regeln. Vorsicht ist angebracht, wenn eine Beratung ungefragt Lebensläufe schickt oder eine Besetzung innerhalb weniger Tage zusagt.
Sollte man mehrere Personalberatungen parallel beauftragen?
Mehrere Personalberatungen parallel mit derselben Führungsposition zu beauftragen, ist in der Executive Search selten sinnvoll. Sprechen mehrere Beratungen denselben Markt an, bekommen dieselben Kandidatinnen und Kandidaten mehrere Anrufe zur gleichen Position, was nach außen unprofessionell wirkt und die Vertraulichkeit gefährdet. Executive-Search-Beratungen arbeiten deshalb grundsätzlich im Exklusivauftrag, wie es auch die Standards des BDU und des internationalen Verbands AESC beschreiben. Sinnvoller ist es, vorab zwei oder drei Beratungen im Erstgespräch zu vergleichen und dann eine davon exklusiv zu beauftragen, die sich voll auf Ihre Suche konzentriert.
Wer eine Personalberatung auswählt, legt damit auch fest, wie gut die spätere Führungskraft zum Unternehmen passen wird. Stellen Sie die sieben Fragen deshalb vor der Beauftragung und legen Sie die Antworten nebeneinander. Für Aufsichtsrats- und Beiratsmandate gelten dieselben Kriterien, ergänzt um Fragen zu Governance und Gremienarbeit, die wir auf unserer Seite zu Board Services für Aufsichtsrat und Beirat beschreiben.
Ihr Ansprechpartner bei HAGER

Martin Krill
CEO und Managing Partner
Martin Krill ist seit 2004 bei HAGER Executive Consulting, seit 2005 Geschäftsführer, und berät Unternehmen und Aufsichtsgremien bei der Besetzung von Führungs- und Gremienpositionen. Alle 16 Practice Groups im Überblick
Inhaltlich geprüft und aktualisiert: Oktober 2026