FACHKRÄFTE IM DIGITALEN ZEITALTER: SO FERN UND DOCH SO NAH

02/11/2021

Webdesigner in Indien, CIO in den USA und Firmenhauptsitz in Berlin. Funktioniert das?

HAGER FACHKRAEFTE IM DIGITALEN ZEITALTER Martin Krill
Fachkräfte im digitalen Zeitalter

Aufgrund des nach wie vor anhaltenden Fachkräftemangels weiten viele Unternehmen ihren Radius bei der Suche nach qualifizierten Köpfen stark aus.  Corona hat es aufgezeigt, dass ein Arbeiten in Präsenz nicht zwingend erforderlich ist. Dank der Digitalisierung können viele Menschen mit einem Internetanschluss ortsunabhängig arbeiten. Der amerikanische Journalist Thomas Friedmann hat bereits 2005 in seinem Buch ‚The World is flat‘ dieses Szenario beschrieben.

Doch wie verhält es sich beim remote Arbeiten mit der Unternehmenskultur? Gib es einen besonderen Teamspirit? Was ist mit den behördlichen Regularien?

Alles klingt so einfach, wenn man sich die digitale Arbeitswelt auf dem Papier ausmalt. Jedoch scheitert es häufig an einzelnen Stellschrauben.

Damit ein Unternehmen Mitarbeitende in einem fremden Land einstellen kann, muss es sich dort erst als Arbeitgeber registrieren. Oftmals ist es erforderlich, eine lokale Niederlassung zu gründen. Wird ein ausländischer Arbeitnehmer / eine ausländische Arbeitnehmerin von einem deutschen Unternehmen dauerhaft im Ausland beschäftigt, gelten sogar die Rechtsvorschriften des jeweiligen Beschäftigungsstaates. Das deutsche Unternehmen unterliegt hinsichtlich der Beitrags- und Meldepflichten den Rechtsvorschriften des ausländischen Staates.

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Teamgefühl und der Unternehmenskultur. Wie das mit Distanz gelebt werden kann, darüber lassen sich mittlerweile zahlreiche Ratgeber auffinden. Jedoch kommen oftmals noch Hindernisse wie unterschiedliche Zeitzonen zusammen, sodass ein Coffeebreak nach deutscher Uhrzeit in anderen Lokationen vielleicht ein Mitternachtstrunk wäre.

Die Herausforderungen

Für den Aufbau sowie die Vermittlung einer Unternehmenskultur als zentralem unternehmerischen Erfolgsfaktor bringen solche Umstände enorme Herausforderungen mit sich. Gerade wenn Unternehmen stark wachsen, virtuell einstellen und sich viele Mitarbeitende oft noch nie persönlich kennengelernt haben, ist dies definitiv kein leichtes Unterfangen.

Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeichnet sich bei deutschen Unternehmen sogar als Trend ab, dass knapp zwei Drittel der Betriebe das Homeoffice nicht weiter ausbauen möchten oder sogar zurückfahren möchten. Eine der wesentlichen Begründungen ist, dass es der Unternehmenskultur entgegenstehen würde.

Wie in Friedmanns Buch beschrieben, ist die Arbeitswelt tatsächlich etwas abgeflacht, aber Rundungen wie unterschiedliche Zeitzonen, verschiedene Sprachen und insbesondere Unternehmenskulturen sind nicht einfach zu begradigen.

Weitere interessante Fachbeiträge

Wer das Mindset hat, hat die Zukunft 

Wer das Mindset hat, hat die Zukunft 

Sie sind nicht belastbar, wollen möglichst viel Freizeit und sind gleichzeitig so anspruchsvoll wie keine Generation vor ihnen. Sie kennen kaum Loyalität ihren Arbeitgebern gegenüber und verlangen mehr als sie selbst geben. Die Jahrtausendkinder, kurz Gen Z, haben es schwer im Job. Ihnen begegnen Vorurteile und erst wenige Unternehmen haben sie als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit erkannt.

Gen Z: Die Jahrtausendkinder sind groß und wollen mehr als arbeiten

Gen Z: Die Jahrtausendkinder sind groß und wollen mehr als arbeiten

Sie sind nicht belastbar, wollen möglichst viel Freizeit und sind gleichzeitig so anspruchsvoll wie keine Generation vor ihnen. Sie kennen kaum Loyalität ihren Arbeitgebern gegenüber und verlangen mehr als sie selbst geben. Die Jahrtausendkinder, kurz Gen Z, haben es schwer im Job. Ihnen begegnen Vorurteile und erst wenige Unternehmen haben sie als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit erkannt.